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Bo Harald ist weltweit anerkannt als Richtungsweiser des e-Bankings und als Entwickler von e-Business-Dienstleistungen. Der auch als Vater der finnischen Internetbank bekannte Harald hält das Verständnis elektronischer Prozesse für einen wesentlichen Faktor in Bezug auf die Wettbewerbsfähigkeit Finnlands.
„Die grenzenlosen und sich vernetzenden Märkte erfahren eine schnelle Elektronisierung. Das, was gestern wegen zu teurer Technologie noch nicht machbar war, ist schon heute die einzige Möglichkeit“, sagt Harald.
Was die Entwicklung der Online-Bank betrifft, spricht Harald von Revolutionen. Gingen im Zuge der ersten Revolution fast alle Finnen dazu über, ihre Bankangelegenheiten übers Internet abzuwickeln, so begannen während der zweiten Revolution die Unternehmen sehr schnell zur elektronischen Rechnungsstellung (e-Invoicing) überzugehen.
„Nach der dritten Revolution wird man die Rechnungsstellung insgesamt und die sonstige Dokumentation digital abwickeln, und dann kann man u.a. die Buchführung, das Abführen der Mehrwertsteuer und das Reporting automatisieren.“
Die finnischen Unternehmen liegen, was die Onlinebank-Nutzung und die elektronische Rechnungsstellung betrifft, sowohl volumenmäßig als auch in Bezug auf Vielseitigkeit und die Zahl solcher Invoicing-Verträge weltweit an der Spitze. Trotz der Tatsache,
dass der Übergang zu elektronischen Dienstleistungen innerhalb kurzer Zeit erfolgt ist, spricht sich Harald für eine weitere Beschleunigung der Entwicklung aus.
„In der Entwicklungsarbeit hatten wir in letzter Zeit eine ruhigere Phase, aber die ist, glaube ich, bald vorbei. Die finnischen Unternehmen liegen gegenwärtig, was die e-Rechnungsstellung im b2b-Bereich anbelangt, global an der Spitze, aber diese Methode könnte noch schneller als bisher eingeführt werden“, urteilt Harald.
In der Onlinebank-Stufe der dritten Generation erwartet man zunehmendes Tempo. Auch kleine Unternehmen können nun leicht ihre Buchhaltung, Erfolgs- und Cash-Flow-Kontrolle und Berichterstattung automatisieren.
Der Übergang zur Realwirtschaft bedingt eine breitere Einführung der e-Rechnung auch in Verbraucherkreisen. Voraussetzung für den Wandel ist, dass die Papierrechnung mit einer „Gebühr“ belegt wird, wie das in einigen Nachbarländern Finnlands schon üblich ist.
Harald sieht keinen einzigen plausiblen Grund dafür, nicht völlig zur e-Rechnungsstellung überzugehen. Als Massenmarktlösung bringt die elektronische Rechnungsstellung in den Prozessen sowohl der Unternehmen wie auch des öffentlichen Sektors erhebliche Kosteneinsparungen.
„Die manuelle Rechnungsstellung verursacht allein in Finnland jährliche Kosten von über drei Milliarden Euro. In Deutschland sind es nach Schätzungen der Deutschen Bank 54 Milliarden Euro, und in der EU werden die diesbezüglichen Kosten sogar auf insgesamt über 250 Milliarden Euro veranschlagt.
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