Newsletter 11/2009

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Soziale Netzwerke bewirken verstärktes Spielen

Das Spielen auf sozialen Netzwerken nimmt rasant zu. Allein für die beliebtesten Spielanwendungen auf Facebook finden sich bereits Dutzende Millionen Spieler. Auch der Vertrieb von Spielen über soziale Netzwerke nimmt stark zu.

„Die sozialen Netzwerke erfreuen sich heute großer Beliebtheit als Spieleplattform, und Facebook ist in dieser Beziehung besonders interessant, denn als sich ständig weiterentwickelndes Medium bringt es dauernd neue Möglichkeiten hervor“, sagt Janne Paavilainen vom Institut für Informationsforschung und Interaktive Medien der Uni Tampere.

Paavilainen ist Projektleiter des von der Finnish Funding Agency for Technology and Innovation (TEKES) und von finnischen Game-Unternehmen finanzierten SoPlay-Projekts, in dem Spiele in sozialen Netzwerken untersucht werden. Gegenstand von Untersuchungen sind sowohl ältere als auch neuere Dienste sozialer Netzwerke, angefangen von der E-Mail bis zu IRC-Diensten und von YouTube bis zu Facebook.

Von den sozialen Netzwerken ist Facebook das bekannteste und am stärksten frequentierte, aber Informationen über Spiele laufen über verschiedene Kanäle. „Auf Wikipedia finden sich dauern neue Informationen über Spiele, und Promovideos werden schnell auf YouTube zur Verfügung gestellt. Auf Twitter finden neue Spiele betreffende Gerüchte leicht breites Gehör.“

Von MoiPal bis Kamu World

Die sozialen Medien bieten nahezu unbegrenzte Möglichkeiten, an neue Spieler heranzukommen. Zum Beispiel die 300 Millionen Facebook-Nutzer stellen eine außerordentlich heterogene Population dar, die rasch und besonders in jene Richtung wächst, in der man herkömmlicherweise keine Spieler sucht“, sagt Paavilainen.

Kamu World

Das finnische Kamu World hat auf Facebook eine rasant wachsende Spielerschar.

Das beliebteste Facebook-Spiel ist gegenwärtig das im Juni 2009 lancierte Farm Ville, für das sich monatlich über 60 Millionen aktive Spieler finden. „Typisch für Facebook-Spieler ist, dass sie jeweils nur einige Minuten auf einmal spielen. Die Game-Typen reichen über die gesamte Skala, gemeinsam ist ihnen allen, dass sie leicht zu spielen sind.“

Von den finnischen Spielen lobt Paavilainen zum Beispiel das MoiPal von Ironstar Helsinki Oy. „MoiPal bietet gewohnte und leichte Virtualwelt-Unterhaltung. Kamu World von Everyplay Oy wiederum ist ein interessanter Newcomer, der ständig weiterentwickelt wird.“

Facebook überflügelt die Web-Spiele?

Paavilainen erinnert daran, dass die Spiele in den sozialen Netzwerken erst am Anfang ihres Weges stehen. „Als Spieleplattform und Marketingkanal werden die sozialen Netzwerke erst seit zwei, drei Jahren genutzt. Ihr Spielfeld wächst und entwickelt sich gegenwärtig so rasch, dass seine Zukunft schwer vorauszusagen ist.“

Fest steht jedenfalls, dass das Spielen in sozialen Netzwerken ständig zunimmt, was die Schar der Nutzer herkömmlicher Web-Game-Dienste reduzieren dürfte. Es war sogar die Rede davon, dass ein eventuell auf Facebook zu veröffentlichendes monatsgebührpflichtiges Hotseat-Vollblutspiel das World of Warcraft, das weit über zehn Millionen zahlende Spieler hat, verdrängen könnte.

Von den Verdienstmodellen bei Spielen in sozialen Netzwerken hält Paavilainen das Micropayment für die beste Lösung, bei der der Spieler für einige Euro zusätzlichen Spielinhalt erwerben kann. „In dem Mikrozahlungsmodell liegt ein gewaltiges Wachstumspotential, denn gegenwärtig zahlen lediglich zwei Prozent der in sozialen Netzwerken Spielenden für ihr Hobby.“