Newsletter 11/2009

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Ein Spiel pro Woche

Auf dem Display ist nur ein leerer Bogen Papier zu sehen, bis an seinem Rand ein mit virtueller Kreide gezeichneter roter Ball, auf der anderen Seite ein Stern erscheint. So beginnt das von Petri Purho entwickelte, zum bestes Indie-Spiel der Welt gekürte Crayon Physics.

Puro hatte schon als kleiner Junge ein Faible für Rollenspiele und Zaubertricks, und Super Mario Bros. war für ihn der Anstoß, eigene Spiele zu schaffen. Als er im Jahr 2006 im Internet auf ein Studentenprojekt stieß, in dem komplette Spiele innerhalb einer Woche hergestellt worden waren, begann er sich fürs Schnellprogrammieren zu interessieren.

„Dabei wurde mir klar, dass ich von Spieleplanung keinen Schimmer hatte. Um dem abzuhelfen, beschloss ich, jeden Monat ein paar kleine Spiele zu programmieren, denn, so dachte ich mir, die beste Methode, etwas zu lernen, ist, es ausgiebig und immer wieder zu tun“, berichtet Purho.

Unverhoffter Erfolg

Sein erstes Spiel veröffentlichte Purho im September 2006 in seinem Kloonigames Blog; für Planung, Programmierung und Graphik hatte er nur eine Woche gebraucht. Im Juni 2007 erschien Purhos zehntes Spiel, Crayon Physics, wodurch sich die Frequentierung der Seiten verzehnfachte.

„Der von mir innerhalb fünf Tagen zusammengeschusterte, als Freeware ins Netz gestellte Prototyp erwies als so beliebt, dass es zum Absturz des Webservers kam. Ich musste von dem Spiel eine größere und kommerziellere Version machen.“

Crayon Physics

Crayon Physics ist ein finnisches Physik-Geschicklichkeitsspiel, in dem der Spieler dafür sorgen muss, dass ein Gegenstand von A nach B kommt.

Sein Crayon Physics Deluxe schickte Purho auf die weltgrößte Indie-Games-Veranstaltung, das Independent Games Festival. Das Spiel wurde für den Wettbewerb akzeptiert und gewann im Februar 2008 – zur großen Überraschung Purhos – unter 173 Mitbewerbern den mit 20 000 Dollar dotierten Hauptpreis.

Neues im Kommen

Noch vor kurzem traten die Independent-Spielehersteller außerhalb ihres Kreises kaum in Erscheinung. An die Spitze der Verkaufslisten gelangten hauptsächlich die mit Millionen-Budget und in jahrelanger Arbeit entwickelten Megaspiele. Heute besteht für die Arbeit selbständiger Spieleentwickler bereits beträchtliche kommerzielle Nachfrage.

Nach dem Gewinn des Hauptpreises hat sich Crayon Physics Deluxe gut verkauft, bekennt Purho. Inzwischen haben sowohl einheimische als auch ausländische Spielefirmen Kontakt zu ihm aufgenommen. In diesem Jahr wurde von Crayon Physics Deluxe auch eine iPhone-Version herausgebracht.

Purho hat innerhalb weniger Jahre über 25 Spiele hergestellt, und ständig entstehen unter seiner Hand neue Prototypen. „Gegenwärtig arbeite ich an einem kleinen iPhone-Game, danach werde ich vielleicht wieder etwas Größeres in Angriff nehmen. Die Zukunft wird zeigen, was dabei herauskommt“, meint er gelassen.

Sonstige links

Kloonigames